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Kontext
- Dieses Praxisbeispiel beschreibt den Einsatz der adaptiven Mathematikplattform Bettermarks in Klasse 6.
- Im Mittelpunkt steht die Möglichkeit, passgenaue Aufgabenpakete zu einzelnen Themen (z.
- Brüche, Prozente) zusammenzustellen und als Hausaufgabe oder Übungseinheit zuzuweisen.
- Schülerinnen und Schüler erhalten unmittelbares Feedback inklusive Erklärungen und Hilfestellungen; Lehrkräfte gewinnen einen datengestützten Überblick über Lernstände…
Ziele
- Individuell zusammengestellte Aufgabenpakete: Aus den verfügbaren Kategorien (z. B. Brüche erweitern, kürzen, darstellen) werden gezielt einzelne Aufgabentypen kombiniert – kein vorgefertigtes Paket, sondern passgenaue Auswahl.
- Sofortiges Feedback für Schülerinnen und Schüler: Direkt nach jeder Aufgabe erhalten sie Rückmeldung, Erklärungen, Tipps und bei Bedarf die Lösung (die dann als falsch gewertet wird).
- Datengestützte Unterrichtsvorbereitung: Die Lehrkraft sieht, wer was bearbeitet hat, wie erfolgreich, und welche Aufgaben besonders viele Fehler produziert haben – die „Top 5 Fehler“ werden direkt angezeigt.
- Wissenslücken sichtbar machen: Schülerinnen und Schüler sehen eigene Schwachstellen und können gezielt nachüben; Bettermarks schlägt passende Übungsaufgaben vor.
- Unterrichtszeit für Besprechung nutzen statt für Kontrolle: Weil die Korrektur digital erfolgt, kann die Stunde mit den identifizierten Fehlerschwerpunkten beginnen statt mit dem Vergleichen von Lösungen.
Ablauf & Tools
Arbeitsblatt erstellen
In der Bettermarks-Oberfläche wird ein Thema ausgewählt (z. B. Brüche). Innerhalb des Themas sind Kategorien aufgelistet (Erweitern, Kürzen, Darstellung usw.). Über das Stiftsymbol neben einer Aufgabe wird sie dem Arbeitsblatt hinzugefügt; Reihenfolge und Zusammenstellung sind frei wählbar. Das fertige Arbeitsblatt erhält einen Namen und wird in einem Ordner gespeichert.
Die von Bettermarks angegebene Bearbeitungszeit ist in der Praxis oft zu knapp – für Klasse 6 empfiehlt es sich, das Doppelte bis Dreifache einzuplanen, da Maus und Tastatur noch langsamer bedient werden als von Erwachsenen erwartet.
Zuweisung und Bearbeitung
Über die „To-dos“-Funktion wird das Arbeitsblatt ausgewählt, ein Zeitraum festgelegt (nur heute oder z. B. 7 Tage für Hausaufgaben) und einer Klasse zugewiesen. Schülerinnen und Schüler bearbeiten die Aufgaben am PC oder Tablet; nach jeder Aufgabe erscheint sofortige Rückmeldung. Wer die Lösung aufruft, bekommt sie – aber die Aufgabe zählt als falsch. Das ist transparent und vermeidet Trickserei.
Auswertung und Teilen
In der Lehrkraft-Auswertung sind pro Schüler und pro Klasse Bearbeitungsquote und Erfolgsrate einsehbar; die Ansicht lässt sich als Excel exportieren. Besonders hilfreich: die Anzeige der „Top 5 Fehler“ für das gesamte Arbeitsblatt – ein direkter Einstieg in die nächste Unterrichtsstunde.
Fertige Arbeitsblätter können per Code mit Kolleginnen und Kollegen geteilt werden; eine gemeinsame Ordnerstruktur im Fachbereich spart langfristig Zeit.
Zugang ohne Gerät zu Hause
Nicht alle Schülerinnen und Schüler haben zu Hause Zugang zu einem Gerät. Eine mögliche Lösung: im Elternbrief die Plattform erklären, Vorteile benennen und die Option anbieten, Bettermarks-Aufgaben in der Schulbibliothek oder im Nachmittagsangebot zu bearbeiten. Alternativ kann ein Laptop ausgeliehen werden.
Tipps & Stolpersteine
- Bearbeitungszeit unterschätzen: Besonders in Klasse 5 und 6 sollte die Zeitvorgabe großzügig sein – Eingabe per Maus und Tastatur dauert länger als erwartet.
- Elternkommunikation: Ein erklärender Elternbrief mit pädagogischer Begründung und konkreten Nutzungshinweisen reduziert Rückfragen und erhöht die Akzeptanz.
- Grundschule: Die Bettermarks-Lizenz ist im Freistaat aktuell auf weiterführende Schulen beschränkt; Inhalte für Klasse 3/4 sind vorhanden. Grundschulen können über den Schulförderverein oder direkt beim Hersteller eine Lizenz anfragen.
- Einführung im Kollegium: Eine Person einarbeiten, die das Wissen weitergibt; zentral angelegte Anmeldecodes für alle Klassen erleichtern Vertretungssituationen.
Übertragbarkeit
- Vertretung und Ausfall: Wer zentral Klassenlisten mit Bettermarks-Zugängen anlegt, ermöglicht Vertretungslehrkräften einen sofortigen, sinnvollen Einsatz der Plattform.
- Arbeitsheft ersetzen: Einige Schulen rechnen die Kosten gegen Mathe-Arbeitshefte auf (Beispiel: ca. 6.000 €/Jahr für Hefte); Bettermarks kann in diesem Kontext eine kosteneffizientere und pädagogisch reichhaltigere Alternative sein.
- Kollegiale Nutzung: Arbeitsblätter über Codes teilen; gemeinsam eine Ordnerstruktur nach Themen und Klassenstufen aufbauen.