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🕐 3 Min.

Kontext

  • Dieses Praxisbeispiel beschreibt den Einsatz der adaptiven Mathematikplattform Bettermarks in Klasse 6.
  • Im Mittelpunkt steht die Möglichkeit, passgenaue Aufgabenpakete zu einzelnen Themen (z.
  • Brüche, Prozente) zusammenzustellen und als Hausaufgabe oder Übungseinheit zuzuweisen.
  • Schülerinnen und Schüler erhalten unmittelbares Feedback inklusive Erklärungen und Hilfestellungen; Lehrkräfte gewinnen einen datengestützten Überblick über Lernstände…

Ziele

  • Individuell zusammengestellte Aufgabenpakete: Aus den verfügbaren Kategorien (z. B. Brüche erweitern, kürzen, darstellen) werden gezielt einzelne Aufgabentypen kombiniert – kein vorgefertigtes Paket, sondern passgenaue Auswahl.
  • Sofortiges Feedback für Schülerinnen und Schüler: Direkt nach jeder Aufgabe erhalten sie Rückmeldung, Erklärungen, Tipps und bei Bedarf die Lösung (die dann als falsch gewertet wird).
  • Datengestützte Unterrichtsvorbereitung: Die Lehrkraft sieht, wer was bearbeitet hat, wie erfolgreich, und welche Aufgaben besonders viele Fehler produziert haben – die „Top 5 Fehler“ werden direkt angezeigt.
  • Wissenslücken sichtbar machen: Schülerinnen und Schüler sehen eigene Schwachstellen und können gezielt nachüben; Bettermarks schlägt passende Übungsaufgaben vor.
  • Unterrichtszeit für Besprechung nutzen statt für Kontrolle: Weil die Korrektur digital erfolgt, kann die Stunde mit den identifizierten Fehlerschwerpunkten beginnen statt mit dem Vergleichen von Lösungen.

Ablauf & Tools

Arbeitsblatt erstellen

In der Bettermarks-Oberfläche wird ein Thema ausgewählt (z. B. Brüche). Innerhalb des Themas sind Kategorien aufgelistet (Erweitern, Kürzen, Darstellung usw.). Über das Stiftsymbol neben einer Aufgabe wird sie dem Arbeitsblatt hinzugefügt; Reihenfolge und Zusammenstellung sind frei wählbar. Das fertige Arbeitsblatt erhält einen Namen und wird in einem Ordner gespeichert.

Die von Bettermarks angegebene Bearbeitungszeit ist in der Praxis oft zu knapp – für Klasse 6 empfiehlt es sich, das Doppelte bis Dreifache einzuplanen, da Maus und Tastatur noch langsamer bedient werden als von Erwachsenen erwartet.

Zuweisung und Bearbeitung

Über die „To-dos“-Funktion wird das Arbeitsblatt ausgewählt, ein Zeitraum festgelegt (nur heute oder z. B. 7 Tage für Hausaufgaben) und einer Klasse zugewiesen. Schülerinnen und Schüler bearbeiten die Aufgaben am PC oder Tablet; nach jeder Aufgabe erscheint sofortige Rückmeldung. Wer die Lösung aufruft, bekommt sie – aber die Aufgabe zählt als falsch. Das ist transparent und vermeidet Trickserei.

Auswertung und Teilen

In der Lehrkraft-Auswertung sind pro Schüler und pro Klasse Bearbeitungsquote und Erfolgsrate einsehbar; die Ansicht lässt sich als Excel exportieren. Besonders hilfreich: die Anzeige der „Top 5 Fehler“ für das gesamte Arbeitsblatt – ein direkter Einstieg in die nächste Unterrichtsstunde.

Fertige Arbeitsblätter können per Code mit Kolleginnen und Kollegen geteilt werden; eine gemeinsame Ordnerstruktur im Fachbereich spart langfristig Zeit.

Zugang ohne Gerät zu Hause

Nicht alle Schülerinnen und Schüler haben zu Hause Zugang zu einem Gerät. Eine mögliche Lösung: im Elternbrief die Plattform erklären, Vorteile benennen und die Option anbieten, Bettermarks-Aufgaben in der Schulbibliothek oder im Nachmittagsangebot zu bearbeiten. Alternativ kann ein Laptop ausgeliehen werden.

Tipps & Stolpersteine

  • Bearbeitungszeit unterschätzen: Besonders in Klasse 5 und 6 sollte die Zeitvorgabe großzügig sein – Eingabe per Maus und Tastatur dauert länger als erwartet.
  • Elternkommunikation: Ein erklärender Elternbrief mit pädagogischer Begründung und konkreten Nutzungshinweisen reduziert Rückfragen und erhöht die Akzeptanz.
  • Grundschule: Die Bettermarks-Lizenz ist im Freistaat aktuell auf weiterführende Schulen beschränkt; Inhalte für Klasse 3/4 sind vorhanden. Grundschulen können über den Schulförderverein oder direkt beim Hersteller eine Lizenz anfragen.
  • Einführung im Kollegium: Eine Person einarbeiten, die das Wissen weitergibt; zentral angelegte Anmeldecodes für alle Klassen erleichtern Vertretungssituationen.

Übertragbarkeit

  • Vertretung und Ausfall: Wer zentral Klassenlisten mit Bettermarks-Zugängen anlegt, ermöglicht Vertretungslehrkräften einen sofortigen, sinnvollen Einsatz der Plattform.
  • Arbeitsheft ersetzen: Einige Schulen rechnen die Kosten gegen Mathe-Arbeitshefte auf (Beispiel: ca. 6.000 €/Jahr für Hefte); Bettermarks kann in diesem Kontext eine kosteneffizientere und pädagogisch reichhaltigere Alternative sein.
  • Kollegiale Nutzung: Arbeitsblätter über Codes teilen; gemeinsam eine Ordnerstruktur nach Themen und Klassenstufen aufbauen.