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Kontext
- Dieses Praxisbeispiel adressiert ein strukturelles Problem vieler iPad-Settings: Dateien verteilen sich über verschiedene Apps, To-dos landen in mehreren Listen, Tabs…
- Der Workshop zeigt, wie Lehrkräfte mit den vorinstallierten Bordmitteln des iPads – Dateien, Notizen, Erinnerungen, Kalender und Safari – ein einfaches, konsistentes O…
- Das Ziel ist nicht maximale Digitalisierung, sondern ein klares, zeitsparendes System, das sich im Schulalltag bewährt.
Ziele
- Dateien zentral verwalten: Fotos, Videos, Arbeitsblätter und Audios aus verschiedenen Quellen in einem einzigen Ordner zusammenführen – kein Suchen mehr in einzelnen Apps.
- Schnelle Notizen und To-dos: Unterrichtsrelevante Informationen sofort festhalten, strukturieren und bei Bedarf mit Kolleginnen und Kollegen teilen.
- Terminerinnerungen mit Anhang: Wichtige Unterlagen (z. B. Vertretungsmaterial) direkt im Kalendertermin hinterlegen; Vertretungspläne automatisch synchronisieren.
- Browser-Tabs strukturieren: Unterrichts-Tabs nach Stunden bündeln, um in der Stunde schnell das Richtige zur Hand zu haben.
- Ein System statt mehrerer paralleler Tools: Doppelarbeit und Datenverlust durch parallele, unstrukturierte Nutzung mehrerer Apps vermeiden.
Ablauf & Tools
Dateien-App: der zentrale Ablageort
Die Dateien-App wird zum digitalen Ordnersystem für den Unterricht. Empfehlenswert ist ein Hauptordner „Unterricht“ mit Unterordnern nach Themen, Klassen oder Fächern. Das Prinzip: Alles, was aus anderen Apps kommt (Fotos, Videos, Audiomemos, PDFs), wird über „Teilen → In Dateien sichern“ dorthin übertragen. Von dort aus kann es direkt in Keynote, Pages oder andere Apps eingefügt werden – über „Aus Dateien“ statt aus der Foto-App. Die Foto-App kann so regelmäßig geleert werden, ohne dass Unterrichtsmaterial verloren geht.
Notizen-App: schnell und strukturiert
Die Notizen-App eignet sich für spontane Unterrichtsideen, Besprechungsnotizen und strukturierte Listen. Neben einfachem Text unterstützt sie Tabellen, eingefügte Fotos, Audiodateien und Anhänge. Handschriftliche Eingaben mit dem Apple Pencil lassen sich automatisch in Maschinenschrift umwandeln (Stift-Symbol → A). Ordner und Datumsgruppierung halten die Notizen überschaubar.
Erinnerungen: To-dos organisieren und teilen
Die Erinnerungen-App ersetzt analoge To-do-Listen. Listen lassen sich nach Wochentagen oder Projekten strukturieren – z. B. eine Liste „Klassenfahrt“, die mit einer Kollegin oder einem Kollegen geteilt und gemeinsam bearbeitet wird (Apple-ID erforderlich). Erledigte Aufgaben werden abgehakt, fällige Aufgaben erscheinen als Benachrichtigung. Seit iOS 18 sind Kalender und Erinnerungen in einer App vereint, was Doppelpflege reduziert.
Kalender: Termine mit Kontext
Im Kalender können Termine nicht nur angelegt, sondern mit Anhängen versehen werden – z. B. das Vertretungsarbeitsblatt direkt im Termin. Wer Webuntis nutzt, kann den Kalender-Link des Vertretungsplans abonnieren: Änderungen erscheinen automatisch, ohne manuellen Abgleich. Ein gemeinsamer (nur lesbarer) Kollegiumskalender für Konferenzen und schulische Termine ersetzt das Aushang-Prinzip.
Safari: Tabs nach Stunden bündeln
Tab-Gruppen in Safari strukturieren Browser-Tabs nach Unterrichtsstunden oder Themen – z. B. „Stunde 1/2″, „MPZ“, „Klasse 9b Projekt“. Tabs werden über langes Drücken → „Zu Tab-Gruppe bewegen“ zugeordnet. In der Stunde öffnet man nur die relevante Gruppe; der Rest bleibt aus dem Blickfeld.
Goodnotes als Alternative
Wer das Heft-Metapher-Prinzip bevorzugt, kann auf GoodNotes zurückgreifen. GoodNotes for School ist für Bildungseinrichtungen kostenlos (Lizenz über Administrator/Relution eintragen). Ein manuelles Backup als einzelne Datei stellt die gesamte Struktur wieder her. Wichtig: Nicht Notizen und GoodNotes parallel und unstrukturiert nutzen – das führt zu Datenverlust und Doppelarbeit. Ein System wählen und konsequent nutzen.
Tipps & Stolpersteine
- Ein System wählen: Die parallele Nutzung mehrerer Notiz- und Kalender-Apps erzeugt mehr Aufwand als sie spart. Besser: ein Tool für Notizen, ein Tool für Termine – und das konsequent.
- Kalender + Erinnerungen (seit iOS 18): Die Zusammenführung beider Apps in einer Oberfläche reduziert Doppelpflege spürbar. Wer noch iOS 17 nutzt, pflegt beide Apps weiterhin getrennt.
- Vertretungsmaterial als Kalenderanhang: Das ersetzt das Hinterlassen physischer Materialien und funktioniert auch spontan bei kurzfristigen Ausfällen.
- GoodNotes-Lizenz: Muss über den Schuladministrator (Relution) eingetragen werden; ohne das läuft die Schulversion nicht. Vor der Einführung im Kollegium koordinieren.
Übertragbarkeit
- Ohne Apple-Geräte: Die Grundprinzipien – zentraler Unterrichtsordner, Listen-Tool für To-dos, Tabs nach Stunden bündeln – lassen sich mit OneNote, Google Keep und Chrome-Profilen auf anderen Plattformen umsetzen.
- Im Kollegium: Ein gemeinsamer (lesbarer) Kalender für Konferenzen und schulische Termine sowie geteilte Erinnerungslisten für Projekte oder Klassenfahrten entlasten die informelle Kommunikation im Team.