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Kontext
- Dieses Praxisbeispiel zeigt den Einsatz von Learning View als digitale Lerntheke in der Grundschule.
- Die Plattform bildet Wochenpläne und differenzierte Aufgabenformate in einer Oberfläche ab, reduziert den analogen Materialaufwand und ermöglicht Lehrkräften einen kon…
- Das Beispiel verdeutlicht, wie Learning View ab Klasse 1 eingesetzt werden kann, um individuelle Lernwege zu begleiten, Eltern einzubinden und in Nebenfächern alternat…
Ziele
- Digitale Lerntheke: Wochenpläne und Arbeitspläne werden vollständig digital abgebildet; die analoge Materialflut wird reduziert.
- Individuelle Differenzierung: Aufgaben können einzelnen Kindern oder Gruppen gezielt zugewiesen werden – Schwierigkeitsgrade sind für Schülerinnen und Schüler nicht sichtbar, für die Lehrkraft aber steuerbar.
- Transparenz für Lehrkraft und Eltern: Arbeitsstände, Abgaben und Korrekturen sind jederzeit einsehbar; ein Code im Hausaufgabenheft ermöglicht Eltern niedrigschwelligen Zugang – auch bei Krankheit des Kindes.
- Selbstständigkeit fördern: Kinder werden schnell routiniert im Umgang mit der Plattform; die Lehrkraft gewinnt Zeit für individuelle Unterstützung statt allgemeiner Aufgabenklärung.
- Alternative Bewertung: Im Rahmen eines Schulversuchs werden Portfolios mit Worturteilen und Abzeichen als Ergänzung zur klassischen Benotung in Nebenfächern genutzt.
Ablauf & Tools
Einrichtung und Kursverwaltung
Lehrkräfte legen ein Lehrerkonto an und erstellen Kurse für ihre Klassen. Schülerinnen und Schüler erhalten einen Anmeldecode (auch als QR-Code), mit dem sie direkt einsteigen – keine E-Mail-Adresse erforderlich. Die Einrichtung ist in wenigen Schritten erledigt; ein ausführlicher Einstieg ist nicht nötig. Für den Anfang empfiehlt es sich, in der ersten oder zweiten Stunde nur ein bis zwei Aufgaben einzustellen und die Plattform gemeinsam kennenzulernen.
Aufgabenformate
Learning View unterstützt eine breite Palette an Formaten: eingebettete Videos (Werbung wird automatisch ausgeblendet), PDF-Arbeitsblätter zum Ankreuzen, Foto-Aufgaben, Audio- und Videoaufnahmen, Schreibaufgaben, Selbsttests und eingebundene Learning Apps. Die Farbcodierung hilft bei der Orientierung: Pflichtaufgaben erscheinen in der Fachfarbe, Zusatzaufgaben in Gelb. Schwierigkeitsgrade werden mit Punkten markiert (1 = einfacher, 2 = anspruchsvoller).
Kinder geben Aufgaben per Foto, Audio, Video, Text oder direkt ausgefülltem PDF ab. Die Lehrkraft gibt Feedback per Häkchen, schriftlichem Wortfeedback oder weist Aufgaben zur Überarbeitung zurück.
Unterrichtsablauf
Ein typischer Ablauf: Der Mediendienst holt die iPads, im Sitzkreis werden die aktuellen Lernaufgaben gemeinsam angeschaut, dann beginnt die freie Arbeitsphase. Die Lehrkraft begleitet als Lernbegleiterin; Expertenkinder, die schneller fertig sind, helfen anderen. Am Ende steht eine kurze Reflexionsrunde.
Feedback erscheint oft erst am Folgetag. Kinder sollten dazu angehalten werden, regelmäßig nachzuschauen. Mündliches Feedback im Unterricht wird dadurch nicht ersetzt, sondern ergänzt.
Portfolios und Bewertung
Portfolios können persönlich oder gemeinsam (z. B. als Gruppenportfolio) geführt werden. Im Schulversuch werden sie in Nebenfächern für alternative Bewertungsformen genutzt: Worturteile beschreiben Lernentwicklung, Abzeichen markieren Kompetenzschritte. Die optionale Lehrerfrage-Funktion (Chat) sollte mit festen Bearbeitungszeiten verbunden werden, da keine E-Mail-Benachrichtigung erfolgt.
Tipps & Stolpersteine
- Urheberrecht: Beim Digitalisieren von Arbeitsblättern ist das Urheberrecht zu beachten; Absprachen mit Kolleginnen und Kollegen schriftlich festhalten.
- Feedback-Timing: Kinder sehen Rückmeldungen oft erst am nächsten Tag. Mündliches Feedback im Unterricht bleibt unverzichtbar; digitales Feedback ergänzt es.
- Medienmix beibehalten: Learning View ersetzt nicht Heft, Buch oder analoge Phasen – ein ausgewogener Mix ist für alle Jahrgangsstufen sinnvoll.
- Einstieg niedrigschwellig halten: Nicht zu viele Aufgaben auf einmal einstellen. YouTube-Erklärvideos aus der Schweiz (Learning View hat dort eine breite Nutzerbasis) bieten gute Orientierung für Lehrkräfte.
- Learning View und Lernsax: Learning View ist kein Ersatz für Lernsax – es übernimmt das Lernmanagement, nicht die Kommunikation mit Eltern oder die Notenverwaltung.
Übertragbarkeit
- Altersstufen: Von Klasse 1 bis in weiterführende Schulen einsetzbar; Aufgabenformate und Schwierigkeitsgrade sind flexibel anpassbar.
- Fortbildung: Einführungsworkshops sind über MPZ, Kompass oder SchilF anfragbar; Erklärvideos auf YouTube (insbesondere aus dem schweizerischen Bildungskontext) bieten niedrigschwelligen Einstieg.